Hall of Shame des Deutschen Sports - 12 Jahre Nazi-Herrschaft waren nicht genug
Nun ist es also soweit: Das Deutschland des 21. Jahrhunderts ist des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus überdrüssig geworden. Stattdessen wird nun der Nationalsozialisten gedacht. Die Täter von damals werden die Helden von heute.
Im Historischen Museum in Berlin wurde in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler die Gründungsfeier der “Hall of Fame des deutschen Sports” begangen. 40 Namen umfasst bis dato die Liste der größtenteils Verstorbenen, darunter mehrere Nationalsozialisten.
Warum werden Sportlern überhaupt Denkmäler gesetzt? Was haben sie Großes und Nutzbringendes geleistet? Womit haben sie die Menschheit weiter gebracht?
Hans Wilhelm Gäb, Aufsichtsratschef der Deutschen Sporthilfe, erklärt, warum der Nationalsozialismus zwar ein ärgerliches, jedoch nicht weiter beachtliches Kapitel der Deutschen (Sport)Geschichte ist.
“Die Geschichte der Nazidiktatur wird uns niemals los lassen”, sagt Aufsichtsratchef Gäb, “aber zwölf Jahre Drittes Reich dürfen nicht der Anlass sein, 100 Jahre deutscher Sportgeschichte im Dunkel versinken zu lassen.”
Viele Jahre wären denn ‘Anlass’, Herr Gäb? 20, 50, 100, oder gar 1000 Jahre?
Nun, so wie es Herr gäb sieht, brauchen wir noch viel mehr Denkmäler, denn all’ die NSDAP-Größen sind ja nicht als Nazis auf die Welt gekommen. Sie hatten ein Leben vor ihrer Nazikarriere und nicht wenige auch eines danach. Wenn die 12 Jahre nicht zählen, können wir ihnen doch auch ein Denkmal setzen. Oder gilt diese Art der Geschichtsverdrängung nur für Sportler?
Die Kurzbiografien der Nazis werden in der virtuellen Ruhmeshalle übrigens klinisch rein dargestellt. Glorifizierung über alles!
13/05/2008 um 9:34 Uhr vormittags
na ja … das kennt man von sportfunktionären. wenn ich mich nur an die leidigen geschichten um die umbenennung eines weges am müngersdorfer stadion erinnere, gruselig … (da musste zuletzt sogar das briefpapier als argument herhalten).
13/05/2008 um 10:07 Uhr nachmittags
In Gelsenkirchen ist man ja vor einiger Zeit auch zur Nazi-Verehrung zurück gekehrt.
13/05/2008 um 11:52 Uhr nachmittags
naq - ich dachte in köln sei die umbenennung nun endlich durch und vollzogen? oder hab ich was verpasst und der olle d. wird immer noch geehrt?
und gelsenkirchen hat was rückgängig gemacht?
14/05/2008 um 8:26 Uhr nachmittags
In Gelsenkirchen gibt es einen Platz und eine Straße, die nach Ernst Kuzorra, ehemals Ballnachlaufer bei Schalke 05, aktives NSDAP-Mitglied und Ehrenbürger der Stadt, benannt sind.