Asyl

Ich habe in den letzten Tagen mehrfach über Mehdi Kazemi berichtet. Die Bemühungen seiner Freunde, zu erreichen, dass er nicht in den Iran zurück geschickt wird, scheinen, bei aller Vorsicht, erfolgreich zu sein. Es gibt aber noch weitere Menschen, denen aus dem halbwegs zivilisierten Europa die Abschiebung in zutiefst schwulenfeindliche Länder droht.

Jojo Jako Yakob hält sich zur Zeit in Schottland auf. Im droht die Abschiebung nach Syrien. Pinknews berichten ausführlich über Jojo’s Erlebnisse in Syrien, die Misshandlungen im Gefängnis, seine Flucht und seine Angst wieder nach Syrien zurück zu müssen. Bemerkenswert ist ein Anmerkung der Syrischen Botschaft zu den Verhältnissen in seinem Land.

People are not prosecuted - society looks at this as a disease for which they can be treated - it is a similar position to that taken by the Vatican.

Erfreulicherweise hat Jojo mittlerweile Unterstützung auf politischer Ebene erhalten.

Unterstützung braucht auch Anatole Zalis aus Kamerun:

Der 18-jährige Anatole Zali reiste am 3. Februar 2008 aus Kamerun in die Schweiz ein und beantragte am Flughafen Zürich Asyl, da man ihn aufgrund seiner sexuellen Orientierung bedroht hatte. In Kamerun soll Zali seinen Angaben zufolge Drohungen von der Polizei erhalten haben, zuerst in der Hauptstadt Yaounde und dann in Douala, wo er sich zu seinem Schutz bei seinem Cousin aufhielt. Sein Cousin wurde später unter dem Verdacht der Homosexualität von der Polizei festgenommen, schließlich wurde auch für Anatole Zali mit derselben Begründung ein Haftbefehl ausgestellt. Um der Festnahme zu entgehen, floh Zali in die Schweiz. Sein Asylantrag wurde jedoch am 14. Februar 2008 abgelehnt. Das Kameruner Strafgesetz kriminalisiert Homosexualität.  Amnesty international weiß von mindestens elf Männern, die zwischen dem 19. Juli und 1. September 2007 in Kamerun unter dem Vorwurf der “Ausübung der Homosexualität” festgenommen wurden und betrachtet sie als gewaltlose politische Gefangene. Berichten zufolge werden Personen, die sich in Kamerun aufgrund ihrer angeblichen sexuellen Orientierung in Haft befinden, häufig zum Ziel von Misshandlungen.

Amnesty international hat eine ‘urgent action’ gestart.  Am 19. März hat das Bundesamt für Migration entschieden, dass ‘auf das Wiedererwägungsgesuch des Kameruners eingetreten’ wird. Sein Asylgesuch wird jetzt in einem ordentlichen Verfahren geprüft.

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