Selbst schuld
Im Anschluss an einen Post auf WAT hat sich bei ONDAMARIS eine Diskussion zum Thema Lebensfreude und das Zeigen derselben entwickelt.
Darf ein HIV positiver Mensch zeigen, dass er dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, Freude am Leben hat?
Ja, er darf. Auch wenn er damit der allgemeinen gesellschaftlichen Erwartungshaltung nicht entspricht. Die Normgesellschaft erwartet von einem HIV infizierten Menschen, dass er unauffällig abwartet, was das Schicksal für ihn bereit hält und gegebenenfalls still vor sich hin leidet. Schließlich ist er selbst an seinem Ungemach schuld.
Ist er selbst schuld? Dieses ’selbst schuld’ rutscht uns bei der Beobachtung vieler Lebenssituationen schnell über die Lippen. Egal ob der Sonntagsbraten sich auf dem Herd infolge eines überlangen Telefongesprächs zu einem Stück Holzkohle entwickelt, ob nach dem gescheiterten Versuch, ein Bild aufzuhängen, der Daumennagel blau anschwillt, ob sich der PKW aufgrund unangepasster Fahrweise des Fahrers bei Glatteis im Straßengraben wiederfindet oder, nach reichlichem Alkoholgenuss, der Treppensturz mit bleibenden Folgen verbunden ist. Oder eben eine HIV-Infektion. Schnell heißt es, ’selbst schuld’.
Aber dieses ’selbst schuld’ hat unterschiedliche Qualitäten. Ist das ’selber schuld’ in Zusammenhang mit kleineren Missgeschicken, wie dem zu knusprigen Sonntagsbraten oder dem schmerzenden Daumennagel, eher eine schadenfrohe Beileidsbekundung, in der ein verständnisvolles ‘hätte mir auch passieren können’ mit klingt, so wird daraus bei anderen ‘Schadensereignissen’ schnell eine verurteilende Abstempelung als Täter. Und so darf jemand, der sich eine HIV-Infektion zugezogen hat, auch nicht auf Mitgefühl hoffen. Es hat sich seine Lebenssituation selbst zuzuschreiben. Das ’selbst schuld’ bedeutet hier so viel wie, ‘das geschieht ihm recht’. Und die Finger zeigende Normgesellschaft hat es natürlich ‘kommen sehen’ und hält die Infektion und eventuell spätere Erkrankung nicht selten für eine ‘gerechte Strafe’. Strafe wofür? Für ein nicht den Normvorstellungen anderer entsprechendes Leben. Je mehr das geschehene Missgeschick auch im eigenen Leben vorkommbar erscheint, desto milder fällt das ’selber schuld’ aus. Je mehr das Missgeschick jedoch als Folge eines Verhaltens erscheint, dass im eigenen Weltbild nicht vorkommt, desto verurteilender fällt das ’selber schuld’ aus.
Jemand, der sich aufgrund einer (vermuteten) unangepassten Fahrweise bei Glatteis mit seinem PKW im Straßengraben wiederfindet, wird eher mit der ersten Form des ’selber schuld’ bedacht, vielleicht verbunden mit dem Gedanken, ‘nur gut, dass ich selbst an dem Tag nicht unterwegs war’. Landet aber ein als notorischer Raser verschriener Autofahrer mit seinem PKW im Straßengraben, erhält das ’selber schuld’ einen unappetitlichen Unterton. Unabhängig, ob für den Unfall überhöhte Geschwindigkeit ursächlich war oder nicht, ‘musste es ja so kommen’ und ‘es geschieht ihm recht’.
Gerade die ‘ordnungsmäßigen’ Autofahrer fühlen sich und ihren Fahrstil bestätigt und freuen sich, dass der Raser endlich die Quittung für sein Verhalten bekommen hat. Das weitere Schicksal des Verunglückten interessiert sie nicht. Egal, ob er nur ein paar Schrammen davon getragen hat oder eine Querschnittlähmung ihn für den Rest seinen Lebens an einen Rollstuhl fesselt. Die Normgesellschaft ist kollektiv der Auffassung, dass der Raser an seiner Situation selbst schuld sei und sich deshalb demütigst in sein Schicksal zu fügen habe.
Nicht viel anders verhält es sich mit jemandem, der sich mit HIV infiziert hat. Hier bläht sich das ’selber schuld’ zum Ausspruch größter Verdammnis auf. Auch heute noch wird mit diesem ’selber schuld’ zum Ausdruck gebracht, dass man sich in seinem - häufig bar jeder Sachkenntnis - gebildeten Urteil in der Gesellschaft Gottes sieht. Das ist ‘die gerechte Strafe Gottes’, heißt es dann. Die Infektion wird als nahezu unabwendbare Folge des tatsächlichen oder zumindest unterstellten Lebenswandels angesehen. Und der Betroffene hat, zur Befriedigung der Selbstgerechten ‘mir könnte das nie passieren’-Zeitgenossen, gefälligst zu leiden. Denn Strafe bedeutet leiden. Und dem entsprechend präsentieren die Medien uns gerne Bilder von leidenden Menschen, damit wir alle genussvoll beobachten können, dass das Konzept von Schuld und Sühne funktioniert. Die höhere Gewalt macht, was von ihr erwartet wird, und die Welt scheint in Ordnung zu sein.
Was aber, wenn jemand, dem eine Leidensrolle zugedacht ist, der sich an seinem erwarteten, und nicht selten sogar erhofften Leid, scheinbar selbst schuldig gemacht hat, dieses Konzept von Schuld und lebenslanger Sühne nicht als das Seine ansieht? Was, wenn der, den die Kollektivgesellschaft leiden sehen will, keine dicken Kullertränen vor der Fernsehkamera vergießt? Was, wenn er es wagt, in die Kamera zu lachen und zu zeigen, dass er mit seinem Leben gut zurechtkommt. Vielleicht sogar besser zurechtkommt, als jemand, der ein steriles ‘mir kann so etwas nicht passieren’-Normleben führt. Der kollektive Zeigefinder, mit dem symbolisch der Bannfluch über den vermeintlichen Missetäter gesandt werden soll, verdorrt und die Gesichtszüge der sich insgeheim am Leid des anderen erfreuen wollenden, erstarren. Denn ihr Weltbild gerät ins Wanken. Ein Weltbild, das nicht selten ein Deckmäntelchen für ein moralinsaures, verkrampftes und normiertes Leben, häufig in Gestalt der so genannten traditionellen Familie, ist. Jemand der selber lebt, selbst ein gutes Leben lebt, wird sich niemals an der Lebensfreude eines anderen Menschen stören. Schon gar nicht wird er sich am Leid eines anderen Menschen erfreuen.
Wer aber normgerecht lebt und sich damit viele Freuden des Lebens nicht gönnt, braucht schon zur eigenen Rechtfertigung Missetäter und verunglückte Regelbrecher, auf die er mit dem Finger zeigen kann. Nur so kann er sein eigenes reduziertes Leben rechtfertigen.
Regelwächter wiederum brauchen die Schuldzuweisung und das Bild des Leidenden, weil sie es als Versinnbildlichung der Höllenqualen allen vorhalten, die sich nicht an ihre Regeln halten wollen.
Folgenlose und folgenschwere Missgeschicke, Fehlgriffe, unbedeutende und bedeutende Fehlentscheidungen, vermeidbar oder nicht, kleine und riesengroße Dummheiten: Wer sie in seinem Leben nicht entdeckt, sollte prüfen, ob er lebt! Die Einsicht in die eigene Unvollkommenheit, die nüchterne Analyse der eigenen Lebenssituation führt nicht nur zu einer erhellenden Selbsterkenntnis. Sie führt auch zu einer veränderten Einschätzung anderer Lebenssituationen und Lebensweisen. Neid ist dabei allerdings kein guter Ratgeber. Die Feststellung, dass es jemand anderem gut geht, obwohl es ihm nach kollektivem Verständnis doch eher schlecht gehen müsste, führt in eine Sackgasse, ebenso wie die missgünstige Verachtung derjenigen, die ihre Leben locker und leicht leben. Ob ein Leben lebenswert ist, muss jeder Lebende für sich selber entscheiden. Niemand hat das Recht, auf einen anderen mit dem verschärften ’selber schuld’-Zeigefinger zu zeigen und damit seine Verachtung für dieses Leben auszudrücken.
Das ’selbst schuld’ sagt mehr aus über denjenigen, der es ausspricht, als über denjenigen, für den es bestimmt ist.
Glücklich diejenigen, die sich während oder nach einer schwierigen Lebenssituation nicht in eine Opferrolle drängen lassen, die ihre Lebensfreude (wieder) finden und trotz oder gerade wegen alledem ein gutes Leben führen. Es wäre ein Fehler, daran herum zu mäkeln, vielleicht gar zu versuchen, dem Leidensrollenverweigerer einzureden, dass es ihm ohne ‘Vorgeschichte’ weitaus besser ginge. Im Gegenteil, sollte die oben erwähnte Analyse des eigenen Lebens ergeben, dass das eigene ‘Maß’ an Lebensfreunde hinter dem des Leidensrollenverweigerers zurück bleibt, sollten wir fragen, warum das so ist. Die Antwort werden wir nicht bei dem anderen, sondern nur bei uns selbst finden.
14/01/2008 um 3:50 Uhr nachmittags
schöne, spannende gedankenkette, danke :-).
besonders “Das ’selbst schuld’ sagt mehr aus über denjenigen, der es ausspricht, als über denjenigen, für den es bestimmt ist.” liesse spannende diskussionen zu
ein gedanke, der (auch im kontext der ’schuld’-vorwürfe) gerne vergessen wird: safer sex hat ein “r” - er ist ein weg sicherheit zu erhöhen, bietet aber keine absolute sicherheit (deswegen heisst es ja auch safer sex und nicht safe sex).
soll heissen, wenn ich mit safer sex das risiko auch noch so deutlich senke (erfreulicherweise), bleibt einfach ein rest-risiko pro kontakt. überlegt man einmal wie viele ‘kontakte’ ein großstadt-homo in sagen wir einmal zehn jahren hat, lässt sich leicht erahnen, dass das gesamt-risiko dann vielleicht nicht ganz unerheblich ist - sprich, durchaus das ein oder andere infektionsrisiko konkret besteht. eine schuld-debatte grenzt in dieser situation m.e. geradezu an absurdität …
safer sex ist sicherer, bietet aber (wie das ganze leben) keine absolute sicherheit. die gäbe es nur bei abstinenz … (worüber sich m.e. eine diskussion erübrigt)
15/01/2008 um 10:18 Uhr vormittags
. . . . . .die sich während oder nach einer schwierigen Lebenssituation nicht in eine Opferrolle drängen lassen, die ihre Lebensfreude (wieder) finden und trotz oder gerade wegen alledem ein gutes Leben führen.
diese opferrolle in der sich sich sehr viele - unbewußt - wiederfinden bzw diesen stemel den man immer wieder von der gesellschaft aufgedrückt bekommt . . . dieser ansatz von schuld . . . ist das vemächtnis - der sichtweise der kirche bzw hat man dem einfluß der kirche zu verdanken.
15/01/2008 um 1:24 Uhr nachmittags
hm, das ist ja alles sehr schon ausgedacht und formuliert. aber trotzdem gibt es sicher menschen, die einfach unvernünftig sind.
vor allem aber sollte man bedenken, daß eine “ich bin positiv und das ist gut so” haltung leicht missverstanden werden kann- im sinne von: “ach, ist ja alles halb so schlimm, wenn man positiv ist…..” ich denke da an die werbung der pharmaindustrie, die zu recht kritisiert wurde, weil sie mehr oder weniger den eindruck erweckte, mit den neuen medikamenten sei das alles kein problem mehr.
das soll natürlich nicht bedeuten, daß jemand der hiv-positiv ist, sich nur noch mit leichenbittermiene, schwarz gekleidet und gesenkten hauptes zu bewegen hat.
und noch eine allgemeine bemerkung, die du mir hoffentlich nicht übel nehmen wirst: ist dir mal aufgefallen, daß du gegenüber deinen “gegnern” (z. b. der kirche) einen ton anschlägst, der dem, den diese leute angeblich verwenden, in nichts nachsteht?
das finde ich schon deshalb schade, weil es manchmal unglaubwürdig macht, ganz noch dem motto: “ich darf das, ich habe ja recht!”…..
15/01/2008 um 3:32 Uhr nachmittags
@hofrat
ich bin nicht für das unvernünftige verhalten anderer verantwortlich geschweige den dafür wie andere meine - eine aussage interpretieren. würde ich solchen aspekten rechnung tragen - mit der schere ” oh gott wie könnte dies wohl interpretiert - verstanden werden” im kopf rumlaufen, dann könnt ich mir besser gleich n maulkorb oder eiserne fäustlinge zulegen . . . .
im übrigen ist die kirche nicht mein gegener - sie interpretiert zum einen und hat in der vergangenheit ihren einfluß ud ihre macht und die tatsache das nur wenige lesen konnten dahingegen benutzt um sich den größten teil der unwissenden - ungebildeten bevölkerung zu nutze zu machen. dies sind historische tatsachen die auch heute noch funktionieren.
das schlimmste an einer krankheit ist nichts über die krankheit zu wissen. unwissenheit hat immer zwei seiten. die eine - meine - unwissenheit ruft unsicherheit und ängste hervor, die andere - die seite die weiß wie unwissenheit funktioniert - nutzt dies aus.
.
15/01/2008 um 3:49 Uhr nachmittags
@ ondamaris
Die Abstinenz ist ja das, was die angeblichen ‘Lebensbejaher’ als Patenrezept predigen. Letzlich beweist das nur ihre Lebensferne.
@ Dennis
Leider ist das so. Es ist den Glaubenlehren fast aller Religionen immanent, dass sie Schuldige brauchen, dass sie Menschen brauchen, die sie an den Pranger stellen können, denn sonst geht das Konzept von Schuld und Sühne nicht auf.
Ich vermute, mit ‘Kirche-Gegner’ hat hofrath mich gemeint.
@ hofrath
Mir gelingt es nicht, 1440 Minuten am Tag vernüftig zu sein, obgleich ich mich im allgemeinen für einen Verstand bestimmten Menschen halte. Wir machen alle Fehler. Aber ist es nicht oft so, dass gerade für die Menschen, die alles sorgsam abwägen, die jeden Schritt dreimal bedenken, die alle Regeln und Sicherheitsvorschriften genauestens beachten, ein Fehler kaum zu verarbeiten ist? Diese Menschen verstehen oftmals die Welt nicht mehr (’wie konnte ausgerechnet mir das passieren, ich habe doch immer…’), grämen und vergraben sich in Ursachenforschung, die an der Situation nichts ändert. Jemand der - nach landläufiger Bewertung - eher unvernünftig (ich meine jetzt nicht vorsätzlich dumm lebt, ich meine jetzt nicht Unfälle oder Erkrankungen vorsätzlich und gezielt herbeizuführt) lebt, der kommt, wenn dann mal etwas passiert, eher mit den Folgen zurecht, weil er von vorherein einkalkuliert, dass sich die Risiken seines Lebens einmal verwirklichen.
Ich habe meinen Post ganz bewußt von der Diskussion bei ONDAMARIS und WAT abgekoppelt, weil es mir hier nicht um Prävention und Aufklärung geht, sondern um die betroffenen Menschen. Es nützt dem Betroffenen überhaupt nichts, wenn hinterher auch noch auf ihm herumgehackt wird. Ich habe beim Schreiben an meinen ältesten Bruder denken müssen, der vor zwei Jahren an Lungenkrebs gestorben ist. Er war starker Raucher und es war die Art von Krebs, den die Medizin in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Rauchen stellt. ‘Das hast Du Dir selber zuzuschreiben!’, ’selbst schuld’ hat er sich anhören müssen. Auch aus der eigenen Familie. Hat ihm das geholfen? Wohl kaum! Richtig wäre gewesen, ihm zu sagen, dass er nicht Blind den Ärzten vertrauen soll, dass er sich vielmehr über die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen informieren soll, um dann selber zu entscheiden, welche Therapie sein LEBEN verlängert und welche nur sein Sterben in die Länge zieht (oder, anders gewendet: Lieber ein kurzes LEBEN, als ein langes Sterben). Und als sich dann abzeichnete, dass die Medizin keine effektive Hilfe im Angebot hat, wäre es richtig gewesen, zu sagen, nutze die Zeit, die dir noch bleibt, um zu LEBEN! Statt dessen, haben es ‘alle kommen’ sehen. Als er sich dann von Zeit zu Zeit eine Zigarette gönnte, würde das als Sakrileg erster Güte aufgefasst. Er hatte jetzt gefälligst zu Leiden und sich keine Freuden mehr zu gönnen.
Ich verniedliche keinesweg die Folgen einer HIV Infektion. Ich habe wenig Verständis für jemanden, der sich nach einer Infektion damit brüstet (”…ist gut so”), sich eine solche zugezogen zu haben. Er ist nicht viel anders, als jemand, der im besoffenen Zustand einen Unfall baut, und hinter auch noch Stolz darauf ist. So ein Verhalten zeugt nur von Realitätsverlust.
Ich habe im Post ganz bewußt von einem ‘guten Leben’ und nicht von einem ’schönen Leben’ geschrieben. Auch jemand, dem eine HIV-Infektion das Leben verdammt schwer macht (vgl nur NYT vom 6. Januar), kann, darf und sollte ein gutes Leben führen.
Deine ‘allgemeine Bemerkung’ nehme ich nicht übel. Welche meiner Äußerungen hält Du speziell nicht für ausreichend konzilliant?
15/01/2008 um 4:13 Uhr nachmittags
danke für die weiteren ausführungen! jetzt verstehe ich, wie du es gemeint hast- und stimme zu.
was die kirchenkritik angeht, so meinte ich den beitrag vom 11. januar (?) in dem es um diesen (durchgeknallten) prälaten ging, der sich gegen die karnevalskostüme gewehrt hat.
in der sache hast du ja vollkommen recht, aber ich fand den tonfall etwas unangebracht (z.b. mit der kirche die sich täglich damit beschäftigt ist, andere menschen abzuwerten, sich als alleinseligmachende autorität ansieht usw.), du hast zwar auch hier vielfach recht, aber es gibt auch gegenbeispiele, auch wenn sie in der öffentlichkeit nicht präsent sind usw. .
nur setzt du dich vielleicht auch (nonenenhabit als karnevalskostüm auf daß die kirche alleinigen anspruch erhebt) damit allzu leicht ins unrecht, so daß man dich abqualifizieren kann ohne sich mit deinen argumenten auseinaderzusetzen.
15/01/2008 um 4:21 Uhr nachmittags
@thegaydissenter
wenn das so ist das sich hofrat auf dein statement bzgl kirche bezog . . . .
Hofrat . . .dann sorry.
dieses “selbst dran schuld” und das damit einhergehende Gefühl das da mitunter ausgelöst wird - dieses runterputzen - jemanden als “minderwertig” hinsellen zieht sich ja wie ein roter faden - wie erziehung verstanden und praktiziert wird - eines jeden von uns. Slche redewendungen wurden von je her weitergegeben ohne sich dessen bewußt zu sein was sie bewirken. und als man sich dann mit dem ergebnis konfrontiert sah - menschen mit einem geringen oder keinem selbstwertgefühl, menschen die opfer waren, menschen ohne oder nur mangelndes selbst vertrauen bzw bewußtsein, dann war die rat und hilfosigkeit groß.
und natürlich ist es sehr schwer sich - je schwerer die last von klischees und vorurteilen die einen niederdrückt - davon zu befreien um sich eine andere sichtweise anzueigen bzw einen anderen standpunkt einzunehmen. kommt dann noch eine krankheit mit der ihr eigenen dynamik dazu . . dann ist es nicht verwunderlich das man zusammenbricht.
15/01/2008 um 4:23 Uhr nachmittags
n.b. der blog vom ondamaris wurde gehackt. wenn man den blog aufruft dann kann es passieren das ein plug in der hacker auf dem pc installiert wird. also vorsicht.
15/01/2008 um 8:58 Uhr nachmittags
blog ist repariert …
15/01/2008 um 10:50 Uhr nachmittags
@ hofrath
Okay, ich werde da mal drüber simmelieren.
@ Dennis
Es ist leider so, dass vieles aus Gedankenlosigkeit schnell daher gesagt und geschrieben (!) wird (ich schließe mich da nicht aus), was andere verletzt. Oft ist es aber auch so, daß bestimmte unscheinbare Worte ganz bewußt gesagt werden, um zu verletzten.
Ich möchte noch auf einen anderen Aspekt aufmerksam machen und an Deinen Kommentar von 4:21 pm anknüpfen:
Es ist auch die schwule ‘community’ (ich mag dieses Wort gar nicht, habe aber gerade kein besseres zur Hand), die mit dem ’selbst schuld’ und allem, was daran hängt, schnell bei der Hand ist. Nicht selten kommt es vor, dass jemand, der gerade mit der Diagnose HIV+ konfrontiert wurde, plötzlich alleine dasteht. All’ die vielen Freunde sind plötzlich weg. ‘Selbst schuld’, ‘Kein Wunder, dass dem das passiert ist.’ Manchmal haben die lieben Freunde auch nichts besseres zu tun, als die ‘Neuigkeit’ in alle Welt hinaus zu posaunen. ‘Hast Du schon gehört, der xy …. Aber das war ja klar, der hat ja auch mit jedem…’ Das ist das ’selbst schuld’ in seiner erbärmlichsten Form. Und es ist so einfach, denn damit wird die Verantwortung auf den Betroffenen abgeschoben und man muss sich nicht weiter kümmern.
Ist es verwunderlich, dass jemand, in dessen Empfindungen das Leben gerade in hunderttausend Scherben zerbricht (es muss gar nicht HIV sein, es gibt genug andere Ereignisse, die jemanden am Boden zerstört sein lassen können), der aber keinen Halt in der gewohnten Umgebung und bei den scheinbar (!) vertrauten Menschen findet, anfällig ist für Bauernfängereien aller Art? Gerade extreme christliche Gruppierungen stehen hier Gewehr bei Fuß und warten nur darauf, mentale Krisen auszunutzen und Menschen mit scheinbar schlüssigen Ideologien einzuwickeln. In einer Lebenskrise greift man schnell nach einem Erlösung versprechenden Aberglauben, ohne zu merken, dass dadurch alles nur noch viel schlimmer wird.
16/01/2008 um 12:20 Uhr vormittags
@thegaydissenter
in diesem zusammenhang - warum wird mit homosexualität immer der bezug - durch die gegend vögeln +hiv + selbst dran schuld bzw is kein wunder - hergestellt?
gleiches gilt für den nachbarn den “penner” der alkoholiker der mit ner leberzirrhose in die klinik eingeliefert wurde: kein wunder, der steht ja schon ab 9.00 uhr morgens am büdchen und säuft sich die hucke voll . . . .
vom manager oder banker alkoholiker, vom arzt der tablettenabängig ist etc wird man nicht in dieser weise sprechen . . höchstens hinter vorgehaltener hand und dann mit einem seufzer des verstehens . . . ach ja der arme . . . .
auch ich kann mich von gedankenlosigkeit - von verletzungen die ich anderen so zufüge nicht freisprechen . . . . trotz des bewußt seins das ich verletzte - ich nict möchte das man mir so begegnet weil es sich einfach nicht gut anfühlt . . .
dieses muster - diese konditionierung - dieses programm das bei jedem von uns auf der inneren festplatte gespeichert ist und atomatisch abläuft ist ei progamm das wir schon jahrhunderte wenn nicht jahrtausende in uns tragen bzw uns von generation zu generation weitervererbt wurde.
In dem Film Philadelpa sate enzel Washington diesen Satz der sich mir wie kein zweiter eingebrannt hat:
Dies ist das Wesen der Diskriminierung.
Meinungsbildung über andere Menschen, die nicht auf individuellen Leistungen beruht, sondern vielmehr auf Zugehörigkeit zu einer Gruppe mit vermeintlichen Eigenschaften.
Dieser Satz bzw der Sinn wird seit Jahrhunderten schon verwendet stellt man sich doch durch eine solche Aussage immer über einen anderen Menschen, grenzt sich von anderen ab um sich als der bessere Mensch hervorzuheben - darzustellen.
Wir bzw man ist nicht in erster Linie Schwul, Mann,Hetero, Frau, schwarz, evangelisch, Jude etc sondern immer erst Mensch . . . und dann kommt der im grunde genomen unerhebliche Rest . . . .
Dieses Muster das zur Vereinsamung führt - dieses sich nicht um den anderen kümmern die du ansprichst die nehme ich in erschreckendem Maße auch wahr.
16/01/2008 um 4:11 Uhr nachmittags
Als Blogautor meines Post auf WAT freue ich mich zu sehen, was an Diskussion entsteht. Kompliment an TheGayDissenter für den Start-Text. Er vertieft an Stellen, regt zum Nachdenken an und bereichert. Sehr empfehlenswert!!
Mir ist immer ein freier Blick auf den konkreten Menschen vor mir wichtig. Jeder geht mit Lebensereignissen unterschiedlich um, nicht jedem gelingt eine kreative Bewältigung. Manchmal gehört auch einfach eine Portion Glück dazu, “trotzdem” ein gutes Leben führen zu können. Auch wenn, - oder gerade auch weil ich mit meinem Statement der Normgeellschaft gegen den Strich bürste, bleibe ich von meiner Grundüberzeugung her der Solidarität verpflichtet.
Solidarität ist nicht teilbares Elementarteilchen für menschliches Zusammenleben. Dies gilt es zu bewahren und leidenschaftlich zu verteidigen.
16/01/2008 um 5:21 Uhr nachmittags
@hofrath ich muss stefan in schutz nehmen. über formulierungen kann man immer streiten ob angemessen oder nciht. aber er unterschiedet und macht deutlich wen er meit. nur wenige wissen, dass die römisch-katholische kirche die stefan immer esplizit nennt, nicht die ganze katholische welt umfasst. es gibt da noch die altkatholiken, die vieles anders sehen als die römisch-katholischen. und stefan schreibt immer ausdrücklich römisch-katholisch
17/01/2008 um 8:44 Uhr vormittags
ich halte es nicht für problematisch, wie TGD mit der Kirche, egal welcher umgeht. gar nicht gefallen hat mir wie er in “ein schwieriger fall” argumentierte. dafür war es spitzenmäßig wie er diesen kroski abgeseift hat.
17/01/2008 um 6:37 Uhr nachmittags
@michael
wieviel kritik verträgt die BzgA der Blog WAT ? Sehr wenig - anders kann ich mir das nichteinstellen meines Komentares zu deine Arikel nicht erkläre. Aus diesem grund habe ich den kommentar auch auf dem Blog von ondamaris zur sicherheit noch einmal eingestellt.
solches verhalten finde ich nicht nur äußerst bedauerlich sondern es zeigt mir das “etablierte organisationen” nicht nur in meinen augen unglaubwürdirg sind sondern nicht bereit andere meinungen zu toleriren. von einer kritischen auseinandersetzen mal ganz zu schweigen . . .
schade . . .so wird der graben innerhalb der menschen die hiv + sind immer mehr vergrößert und die von dir beschworene solidarität ab absurdum geführt.
Solidarität ist nicht teilbares Elementarteilchen für menschliches Zusammenleben. Dies gilt es zu bewahren und leidenschaftlich zu verteidigen.
17/01/2008 um 9:31 Uhr nachmittags
@ Dennis:
Du siehst das so, ich sehe das so. Eine handvoll anderer Menschen sieht das auch so. Aber die breite Mehrheit sieht es nicht so. Wir können das nicht ändern, diejenigen, die es ändern könnten (oder manche Problem ezumindest entschärfen könnten), wollen das gar nicht, weil dann womöglich ihre eigene Aura des Rechtschaffenheit angekratzt würde.
Das mit der Gruppenzugehörigkeit ist ein typisches menschliches Phänomen. Einerseits will man selbst zu einer Gruppe gehören (der Gruppe der Starken, der Sieger natürlich), denn wer steht schon gerne alleine für sich und seine Auffassungen ein. Nicht selten werden die eigenen Auffassungen dann der Gruppenzugehörigkeit geopfert und man richtet sich nach den Ansichten des Anführers. Anderseits werden anderen Menschen einfach einer Gruppe (Schublade) zugeordnet, weil man sich dann nicht mehr mit dem Individuum auseinander setzen muss.
@ Michael:
Ein gutes Leben, so wie ich es verstehe, ist nicht die Folge von Glück. Glück ist nichts, was von außen auf das eigene Leben einwirkt (das sind eher zufällige Umstände, die schnell mit Glück verwechselt werden). Glück ist etwas, was aus dem eigenen Leben entsteht, wenn man es richtig anstellt. Jemand, der darauf wartet, dass das Glück ‘ihm hold ist’, wird nicht glücklich werden. Jemand, der darauf wartet, dass ein anderer Mensch ihn glücklich macht, wird vergeblich warten. Mit einer Menge Selbstbetrug kann man sich selbst Glück vorgaukeln. Ein gutes Leben, so wie ich es verstehe, beinhaltet sehr wohl das Streben nach Glück; aber wie dieses Glück aussieht, muss jeder in realistischer Einschätzung der eigenen Möglichkeiten für sich definieren.
@ Carsten (wenn ich mich richtig erinnere)
Ich habe Stefan “Kroski” nicht abgeseift. Es liegt mir sehr fern, jemanden, der sich hier ernstnehmbar zu Wort meldet, abzuseifen (außerdem mache ich das nur unter der Dusche oder in der Badewanne und ich habe Grund zu der Annahme, das Stefan weder den einen noch den anderen Ort mit mir zusammen aufsuchen wird). Eine klar formulierte Replik ist kein Abseifen.
17/01/2008 um 10:38 Uhr nachmittags
@ TheGaydissenter
apropos Glück:
Auf einiges im Leben habe ich Einfluss, da bin ich gerne aktiv und nutze meine Getaltungsmögllichkeiten. Anderes liegt nicht in meinem Einflussbereich. Dies anzuerkennen, bedeutet nicht, passiv zu sein, sondern realistisch, man kann es auch “weise” nennen. Das Wort “Glück” scheint bei verschiedenen Menschen eben unterschiedliche Aspekte zu wecken. Ich will da nicht breit drüber philosophieren. lieber am zentralen Thema hier bleiben…
Es gibt genetisch bedingte Ursachen (beim HIV und bei eigenen Immunsystem) ob die HIV-Infektion rasch oder langsam verläuft. Darauf habe ich keinen Einfluss.
Ob und mit welchen mit Nebenwirkungen ich auf die Medikamente reagiere, darauf habe ich keinen Einfluss.
Es ist mein Glück, dass heute die Therapien da sind, die wirken. Heute, wo ich sie brauche. Es gab andere Zeiten, und in anderen Ländern sieht es immer noch so aus wie bei uns vor 15 Jahren…
Ich habe in meinen ersten Jahren mit HIV so viele wunderbare und kämpferische Menschen erlebt, die vieles an Methoden, Therapien, gesundheitsfördernder Lebensweise ausprobiert haben - sie leben nicht mehr. Andere, die sich um alles so etwas nicht kümmerten und ein eher “stressvolles” Leben lebten, lebten länger.
Wir können uns freuen, dass es wirksame HIV-Medikamente gibt und sie für uns zugänglich sind. Wir können uns mit den HIV-Positiven solidarisieren, die noch keine gesicherte Versorgung haben und auf unterschiedlichsten Ebenen aktiv werden. Es gibt keinen Grund für Selbstzufriedenheit, es gibt noch gut was zu tun. Packen wirs an!
18/01/2008 um 7:58 Uhr nachmittags
In einem Beitrag der 3Sat-Kulturzeit von heute wurde der Gedanke geäussert, dass es “eine[r] neue Kultur des Helfens [bedarf] gegen den Zeitgeist, der uns glauben machen will, dass ein Leben in Krankheit … eigentlich wertlos ist.” Diese neue Kultur lebt z.B. schon in der Hospizbewegung.
Ich fühle mich durchaus sehr von diesem Thema angesprochen, auch wenn es bei mir nun erst mal gar nicht ums Sterben geht. Dass es für manche Menschen undenkbar oder gar auch provokativ zu sein scheint, dass ein Leben mit HIV auch mit Lebensfreude gelebt werden kann, spiegelt doch auch besagten Zeitgeist wieder, der das Leben mit HIV entwertet und mit besagtem “Selbst schuld” ausgrenzen will aus der Bürgergemeinschaft.
Das Script des 3Sat-Beitrages ist nachzulesen hier:
http://www.3sat.de/kulturzeit/
“Auf der Suche nach dem guten Tod”, Sendung vom 18.1.2008
18/01/2008 um 11:40 Uhr nachmittags
@ Michael:
Lass mich auf Deinen Kommentar von gestern mit ein paar Sätzen von Theo Kars antworten:
“Glück musst du eigenhändig, eigenständig und aus eigener Kraft erwerben. Dazu braucht es eine Strategie, Mut und Nüchternheit, in Kombination mit unablässiger Wachsamkeit, Selbstbeherrschung und Energie.”
“Ein vernünftiger Mensch [...] weiß auch, dass er nicht immer nur Glück haben kann, Etwas, das ihm durch eine Laune des Schicksals in den Schoß gefallen ist, kann ihm ebenso schnell wieder genommen werden. Ist er, wenn sich das Blatt wendet, noch stark genug, Rückschläge zu verkraften, ohne unglücklich zu werden? Ihm ist klar, dass nicht die Anzahl der Erfolgserlebnisse oder Gegenschläge über das Glück eines Menschen entscheidet, sondern die Art und Weise, wie er mit ihnen umgeht. Jede glückliche Fügung hat auch ihre Schattenseite, jeder Misserfolg auch sein Gutes. Ein vernünftiger Mensch forscht bei allem, was ihm an Gutem und Schlechtem widerfährt, unverzüglich nach der Schatten- beziehungsweise nach der Sonnenseite, so dass er sich gegen das Negative wappnen und das Positive für sich nutzen kann. So wie er nicht über die Stränge schlägt, wenn ihn die Glücksgöttin mit einem Geschenk bedenkt, wird er sich durch unverdiente Misserfolge nicht entmutigen lassen. Epikur wagt sogar die Behauptung, dass es besser ist, ‘[...] bei richtiger Überlegung vom Zufall betrogen als bei falscher von ihm begünstigt zu werden - denn es ist besser, dass bei unserem Handeln der richtige Entschluss infolge eines Zufalls zu einem Misserfolg führt, als wenn wir uns falsch entschieden und trotzdem durch den Zufall einen Erfolg herbeiführten.’”
19/01/2008 um 9:33 Uhr vormittags
@ TheGayDissenter:
I absolutly agree!! Nix mehr hinzuzufügen.
20/01/2008 um 10:18 Uhr vormittags
@ stefan:
schöner glücks-begriff, zustimmung …
reizt mich ja, jetzt eine philosophische diskussion über glück, glückseeligkeit und maßhalten zu führen - allein, dafür sollte man vertreter unterschiedlicher meinungen haben, die scheinen zu fehlen … welch glückliche fügung
20/01/2008 um 4:58 Uhr nachmittags
@ Ulli:
Nun, die Diskussion wird daran scheitern, dass ich nicht genug Leser habe (also jetzt mal gemessen an der Weltbevölkerung
) und dass es den meisten so geht wie mir. Hier und da mal einen Kommentar zu einem eher belanglosen Post absetzen, kostet nicht viel Zeit und Mühe. Aber einen langen Post lesen, darin in Bezug genommene Sites lesen, vielleicht das ein oder andere im Lexikon ober bei Wikipedia nachlesen, das kostet viel Zeit. Dann noch über das Gelesene nachdenken, es verstehen und anschließend einen Kommentar schreiben, mit dem man sich nicht blamiert, das kostet Mühe. Ich schrecke davor auch meistens zurück.
20/01/2008 um 5:47 Uhr nachmittags
das “fehlen unterschiedlicher meinungen” bezog sich in meinem kommentar auch eher auf die (angenehme) vermutung, dass wir in sachen glücksbegriff scheinbar recht ähnliche vorstellungen haben

und … das mit dem ‘zurückschrecken’, na stellen sie mal ihr licht nicht so unter den scheffel, bei so durchdachten posts hier
20/01/2008 um 6:21 Uhr nachmittags
Hm, angeregt durch Michael’s Kommentar und Deinen heutigen Post bei Ondamaris werden ich, wenn ich mich aus den moralischen Verstrickungen befreit haben, mich mit dem ‘Guten Sterben’ beschäftigen. Ich bin gespannt, ob unsere Ansichtigen da auch ‘ähnlich sind’.
20/01/2008 um 7:50 Uhr nachmittags
bin gespannt!
‘gutes sterben’ - schwieriges thema. das sterben, das ich bisher miterlebt habe, war manchmal ziemlich elendig. allerdings kenne ich auch den fall, dass jemand ‘erfüllt und ruhig aus dem leben gegangen ist’. seltener, erstrebenswerter ‘glücksfall’ …
aber … warten wir deinen beirtag ab, bin gespannt …
28/01/2008 um 11:07 Uhr vormittags
Liebe Bloggerfreunde hier
Möchte euch auf eine wichtige Rede hinweisen und habe dazu diesen Nachtrag in meinen Blog eingefügt. Damit er nicht überlesen wird, hier noch mal der ausdrückliche Hinweis:
Anlässlich des WAT 2007 hat Michael Bohl, Leiter der Beratungsstelle der AIDS-Hilfe Frankfurt, in der Paulskirche eine Rede - http://www.frankfurt-aidshilfe.de/pdf/2007/Reden/Rede_Bohl.pdf - gehalten, die sehr!! lesenswert ist. Er kommt zu dem Schluss: “…in Deutschland wird es allerhöchste Zeit, dass wir HIV auf den sprichwörtlichen Boden der Tatsachen herunterholen, hierdurch Menschen mit HIV und AIDS von den konsequenterweise oft bodenlosen Zuschreibungen entlasten und auf diese Weise schließlich den Weg bereiten für ein offenes und nicht ausgrenzendes Kommunizieren.”
08/05/2008 um 11:39 Uhr nachmittags
[...] - Glauben oder Fragen? Vor einiger Zeit schrieb mir jemand ins Blogstammbuch: und noch eine allgemeine bemerkung, die du mir hoffentlich nicht [...]
25/06/2008 um 8:37 Uhr nachmittags
[...] Jeder kennt diese Risiken des Alltagslebens. Wer aus dem Haus geht, weiß dass er sich dabei Erreger von Erkältungskrankheiten einfangen kann und wird in etwa ermessen, was das für ihn bedeutet. Sport birgt Verletzungsrisiken, auch dass ist allgemein bekannt. Wer am Straßenverkehr teilnimmt, weiß dass es durch eigenes oder fremdes Verschulden zu Unfällen mit tragischen Folgen kommen kann. All diese Risiken nehmen wir in kauf, die einen mehr und die anderen weniger; wir lassen uns nicht dazwischen reden. Wenn wir eine Straße überqueren, auf der sich Fahrzeuge nähern, gehen wir das Risiko eines Zusammenstoßes ein. Mal erscheint dieses Risiko groß, mal erscheint es klein. Manche Menschen sind risikoscheu und warten, bis kein Fahrzeug mehr in Sichtweite ist, andere lieben den Nervenkitzel und lassen die Fahrzeuge näher kommen, bevor sie loslaufen. Einem Außenstehenden steht es nur begrenzt zu, dieses Verhalten als vernünftig oder unvernünftig zu beurteilen. Ich habe hierzu meine Sicht der Dinge in ’selbst schuld’ dargelegt. [...]