Der saudische König Abdullah in London
Es ist schicht und ergreifend zum kotzen: Einer der gefährlichsten Männer wird von der Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und ihrer Regierung in London sowie der Corporation of London und dem Londoner Lord Mayor (das ist nicht Ken Livingston!) mit allen erdenklichen Ehren willkommen geheißen. Ich hatte schon darauf aufmerksam gemacht.
Und was macht dieser Abdullah? Er wirft der Briten vor, nicht genug gegen für den Kampf gegen den Terror zu tun.
Hätte die Britische Regierung nur rechtzeitig auf ihn gehört, wären die Anschläge auf die Londoner U-Bahn im Jahr 2005 zu verhindern gewesen, meint er. Abgesehen davon, dass das kalter Kaffee ist und diesem Abdullah wohl nichts Neues einfällt: Was erlaubt dieser Typ sich eigentlich? In seinem Land werden fortlaufend Menschen wegen irgendwelcher Nichtigkeiten gefoltert und hingerichtet. Er betreibt Staatsterrorismus gegen sein eigenes Volk (dass das vielleicht gar nicht merkt) und gegen die noch nicht islamisierte Welt. Nun spielt er sich zum Kämpfer gegen den Terrorismus auf. Wo kommen denn die islamistischen Terroristen her? Doch aus seinem Einzugsbereich. Wenn er im Jahr 2005 so viel wusste, warum ist er denn dann nicht selber tätig geworden und hat die Anschläge verhindert? Wer hat den mehr Einfluss auf das Terroristenpack, die britische Regierung oder “Der Hüter der zwei Heiligen Moscheen”?
Aber im werfen von Nebelkerzen ist dieser Abdullah ein wahrer Meister. Im Jahr 2003 schrieb er mit Blick auf 9-11 an seinen Freund G W Bush
“Der allmächtige Gott in seiner Weisheit prüft die Gläubigen, indem er solches Unglück zulässt. Aber er, in seiner Gnade, schenkt uns auch den Willen und den Antrieb, die durch den Glauben erzeugt werden, durch welche wir fähig sind, solche Tragödien in große Leistungen umzuwandeln, und Krisen, die uns zu niederzuwerfen scheinen, werden zu Möglichkeiten, die Menschheit voranzubringen. Ich hoffe, dass mit Ihrer Zusammenarbeit und Führung eine neue Welt aus den Trümmern des World Trade Center entstehen wird: eine Welt, die mit den Tugenden von Freiheit, Frieden, Wachstum und Harmonie gesegnet ist.”
Indem dieser Abdullah sich als Friedensengel ausgibt, verhöhnt er die Opfer der Terroranschläge. Die sogenannte Freie Welt schaut zu. Sie lädt ihn ein in ihre Paläste, gibt Bankette, um ihn zu Ehren. Wie erleben es jetzt in London und wir werden es in der nächsten Woche, wenn Abdullah in Deutschland ‘zu Gast’ sein wird (mein Gast wird er nicht!), hier bei uns erleben. Offenbar ist und die Versorgung mit saudischem Öl viel wichtiger, als die Einhaltung grundlegender Menschenrechte.
Meine anfängliche Hochachtung vor dem neuen britischen Premierminister Brown, der sich so wohltuend von dem selbstverliebten Tony Blair abhebt, ist verschwunden. Aber mein geliebtes London wäre nicht London, wenn nicht Leute wie Peter Thatchell und seine Jungs von OutRage! auf die Straße gehen, und gegen die menschenverachtenden Zustände in Saudi-Arabien und gegen die Heuchelei der eigenen Regierung demonstrieren würden.
06/11/2007 um 10:28 Uhr nachmittags
morgen ist dieser herr nun hier in berlin …
… und proteste schwulerseits werden vermutlich leider fehlen …
08/11/2007 um 7:33 Uhr vormittags
Briten beschimpfen saudischen König
Briten beschimpfen saudischen König
Und die Deutschen?
…